Rund um Foren

Interviews im Blog

Diese Woche geht es beim Webmaster Friday um das Thema: Interviews im Blog. Und da ich hier im Blog ja doch schon ein paar Interviews geführt habe, dachte ich mir, dass dies ein Thema ist, wo ich doch durchaus ein wenig Erfahrung einbringen kann. Einige begleitend anregende Fragen aus der Freitagsaufgabe will ich gerne aufgreifen und beantworten. Und ich beschränke mich auf Interviews in schriftlicher Form, also als Blog-Beitrag.

Interview geben oder selbst initiieren?

Hier im Blog der Foren-Liste bin ich Initiator, und es haben sich erfreulicher Weise ja doch schon einige Forenbetreiber bereit erklärt mir und den Lesern Rede und Antwort zu stehen.

Ich selbst hatte zwei Anfragen für ein Interview. Hat aber irgendwie nicht so recht gepasst und kam daher auch nicht zu Stande.

Wie findet man geeignete Interviewpartner?

Das ist hier vermeintlich etwas einfacher, denn wenn sich jemand ins Foren-Verzeichnis einträgt dann frage ich – so ich denn gerade Zeit für das Interview habe – schon mit der Bestätigungsmail, ob Interesse an einem Interview besteht. Oder es melden sich Interessierte per Mail oder übers Kontaktformular.

Was sollte man beachten?

Ich versuche bei den Interviews hier die Fragen so zusammen zu stellen, dass die Besucher und Leser nützliche und interessante Informationen bekommen, und dass die Antwortenden sich und ihre Foren so darstellen können, dass sie mit einem guten Gefühl heraus gehen. Ich versuche keine belanglosen Allerwelts-Fragen zu stellen. Jemanden vorzuführen oder eventuell bloß zu stellen geht bei mir gar nicht. Beide Seiten müssen mit dem Interview zufrieden sein. Der Befragte soll das Gefühl haben, er hatte Gelegenheit sich angemessen darzustellen, und ich möchte/muss das Gefühl haben, interessanten und qualitativen Inhalt hier zur Verfügung stellen zu können.

Wie gründlich sollte man sich vorbereiten?

Nun, wer denkt, solch ein Gespräch ist mal eben so ratz fatz und nebenbei erstellt, der irrt. Also, zumindest mir würde das nicht gelingen. Auch, wenn sich manche Fragen in den Interviews natürlich schon mal ähneln können, versuche ich immer ganz individuell auf den Interviewpartner und dessen Projekt ein zu gehen. Wenn ich zum Beispiel einen erfahrenen Admin habe, kann und werde ich natürlich andere Fragen nach Erfahrungen und Tipps stellen, als wenn derjenige noch ein eher unerfahrener Forenbetreiber ist.

Wenn jemand beispielsweise ein Selbsthilfe- oder Gesundheitsforum betreibt, gehe ich natürlich auch etwas mehr auf das Thema, sprich die Krankheit ein, die an Board thematisiert ist. Und da ist auch etwas Recherchearbeit im Vorfeld von Nöten (wie ich finde).

Welche Fragen sind Klassiker und welche schrecken ab?

Abschreckend? Schwer zu sagen, denn ich versuche ja immer meine Fragen so zu formulieren, dass der Interviewpartner sie auch guten Gefühls beantworten kann und will. Explizit frage ich beispielsweise keine „Intimitäten, soll heißen zu persönliche Dinge ab. Ich halte es da eher allgemein mit der Bitte, sich doch zunächst einmal vorzustellen, und fahre damit ganz gut. Was jeder freiwillig von sich preis gibt, ist dann seine Entscheidung.

Diese Frage oder Bitte kommt auch zu Beginn jedes Interviews und daher ist es für mich auch so eine Art „Klassiker“. Dazu würde ich vielleicht noch die Frage nach „Tipps für unerfahrenere Administratoren“ zählen. Ich würde auch jederzeit „kritische“ Fragen stellen, oder auch mal nach haken. Habe bisher hier auch keine schlechten Erfahrungen derart gemacht, dass diese dann nicht beantwortet wurden. Aber auch da versuche ich sachlich höflich zu bleiben.

Ich glaube mit einer kritischen Frage, deren Beantwortung man sich auch stellt, kann man sich auch Respekt verschaffen und vielleicht mehr erreichen, als immer nur mit einem „Friede Freude Eierkuchen Gespräch“. Ich gebe übrigens auch unumwunden zu, dass dies einer der Punkte ist, die ich ganz bestimmt noch verbessern kann. Vielleicht bin ich manchmal zu „brav“ bei den Fragen? Ich arbeite dran.

Tipps

Hier Tipps geben zu können, halte ich eher für vermessen, daher belasse ich es bei Erfahrungen. Ich versuche mir bei der Erstellung der Fragen immer ins Bewusstsein zu rufen, dass das, was mich persönlich interessiert, möglicher Weise aber nicht alle Besucher interessiert. Daher bemühe ich mich, die Fragen so auszuwählen dass ich denke, für die meisten sollte ein Tipp oder eine Info dabei sein. Im besten Fall soll der Leser mit dem Interview und den Antworten etwas anfangen können. Sprich Anregungen bekommen haben, die er für sich gebrauchen und umsetzen kann, ohne etwas zu kopieren.

Über welche Kanäle wird ein Interview geführt?

Das eigentliche Interview, sprich die Fragen sende ich bisher immer als Anhang per Mail an die Interviewpartner. So hat derjenige auch die Zeit, die er braucht, um alles zu beantworten. In den allermeisten Fällen werden auch alle Fragen drum herum per E-Mail geklärt. Ich habe allerdings auch schon mal überlegt, ob sich ein Interview per Telefon nicht besser lenken lässt. Mal sehen, vielleicht werde ich das in Zukunft ja erwägen.

Wie lang sollte ein Interview sein?

Zeitlimit gibt es insofern nicht, als dass ja bisher alles schriftlich läuft, und ich keine Video Interviews mache. Ich gebe hier auch keine feste Zeichenzahl vor, aber ich betone schon, dass eine ausführliche Beantwortung erwünscht, und ja auch im beiderseitigen Interesse ist.

Es soll vordergründig wirklich informativ sein.

Viel Content nützt ja auch nichts, wenn es keinen interessiert. Damit wird man auch keinen Besucher dazu bewegen das jeweilige Forum zu besuchen. Wenn es jemand versteht mit wenigen Worten ganz viel zu sagen, dann wäre das OK. Ich musste bisher auch nur ein Interview ablehnen, weil die Fragen allesamt lediglich mit einem kurzen Satz beantwortet wurden, und nichtssagend waren. Und da halte ich die Veröffentlichung für suboptimal. Das gilt auch übrigens für beide Seiten.

Leistung – Gegenleistung

Im Interview verweise ich selbstverständlich auch auf das Forum, und so vorhanden auch auf die Präsentation im Verzeichnis. Wenn jemand noch auf Twitter und Co einen Hinweis haben möchte, bekommt er den auch. Ich finde das auch vollkommen in Ordnung. Ich selber erwarte gar nichts außer dem Interview (Informationen, Content). Sollte sich ein Interview ergeben, wo klar ist, dass das eine reine Werbekampagne ist, schrecke ich nicht davor zurück das abzulehnen.

Ich werde aber oft gefragt, ob man auf das Interview hinweisen darf, was ich natürlich nicht ablehne.

Und schließlich?

Interviews sind eine gute Sache, wenn am Ende eine solchen Gesprächs beide Seiten und Besucher das Gefühl haben, etwas davon zu haben. Ich persönlich Fazitfreue mich besonders, wenn sich die interviewten Webmaster am Schluss für diese Möglichkeit bedanken. Denn dann kann das so schlecht ja nicht gelaufen sein.

Aso, wie immer gilt auch hier eine herzliche Einladung drüber zu sprechen. Ergo freue ich mich auf Eure Meinung.

Über den Autor

Hans

Ich bin 1961 in der Eifel zur Welt gekommen. Mich fasziniert das Internet mit vielen seiner interessanter Facetten. Das Bloggen ist eine davon. Ich blogge seid 2009. Natürlich finde ich Internetforen toll. Sie sind schnell und von überall zu erreichen. Man kann viele interessante Menschen kennen lernen und mit ihnen diskutieren. Es gibt Foren zu ganz vielen Themen.

3 Kommentare

  • Hi Hans,
    einen schönen Artikel hast du hier verfasst und veröffentlicht. Also deine Fragen im letzten Jahr mit unserem Interview waren alle sehr gut und ich konnte mich dazu auch ohne Schwierigkeiten äussern. Ich finde, dass es gut ist, wie du die Fragen formulierst und so kann man sich ausführlich zu den gestellten Fragen auch äussern.

    Wenn jemand nach den bereits gesammelten Erfahrungen mit dem eigenen Forum fragt, so werde ich es auch aus der Sicht der derzeitigen Lage beantworten und ein bisschen von sich kann man auch preisgeben. Toll finde ich, wenn du noch auf die Social Media Accounts im Interview verweist. So könnte es sicher jemanden interessieren.

    Also mach weiter so mit den Foren-Interviews.

  • Hallo Alex, danke für Dein Feedback. Ich finde es auch gut, wennn gerade erfahrenen Admins schon mal die ein oder andre Erfahrung mitteilen, ohne nun ihr komplettes Know how verraten zu müssen. Ja ich hoffe, dass ich noch viele Forenadmins dazu ermuntern kann, einige Fragen zu beantworten.

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